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Milchzahnfüllung

Informationen der Industrie, aus Büchern und Weiterbildungskursen zu Füllungstechniken bei bleibenden Zähnen gibt es zuhauf. Wesentlich schwieriger wird es, Informationen zur Technik der Milchzahnfüllung zu erhalten. Eigentlich immer am Rande bekommt man noch einige Informations- brocken zusätzlich vorgesetzt. Zudem stossen hier die Erfordernisse der optimalen Bondingtechniken auf die wirtschaftlichen Zwänge der Kinderzahnheilkunde.

Im Folgenden sind einige Behandlungsdetails (und Kompromisse) beschrieben, wie ich sie zur Zeit in meiner Praxis lebe.

Zur Präparation (z.B. IVer do) nehme ich die klassische Kombination von Präparier -und Polierdiamanten. Ich scheue mich nicht, auch kleinste zylindrische oder birnenförmige Diamanten zu benutzen. Ist der Approximalraum von der Randleiste her eröffnet, lässt sich die (approximale) Karies minimalinvasiv, mit einem kleinen (kleinsten) rosenförmigen (+ querhieb) Hartstahlbohrer entfernen.

Als Amalgamersatz waren vor vielen Jahren Dyractfüllungen ein grosser Fortschritt.

In der Zwischenzeit hat sich aber auch bei Milchzähnen die Komposit-Säureätztechnik durchgesetzt. Als Haftvermittler nehme ich nicht das komplizierte System für bleibende Zähne, (z.B. Syntac/Heliomolar) sondern ich habe vom Dyract das Prime&Bond-System (one bottle) beibehalten.

Wenn nach dem Ätzen der P&B Haftvermittler aufgetragen wird, sind die Zähne sofort bestens gegen thermische Reize geschützt. Das ist ein Vorteil, wenn bei der schmerzarmen substanzschonenden Präparation auf die Anästhesie verzichtet wird. Die Assistenz sollte das P&B wirklich erst eine Sekunde vor dem Bonden aus der Flasche geben, denn der hohe Azeton Anteil lässt das Bond sofort verdunsten. Mit P&B erreiche ich eine gute Schmelz- und Dentinhaftung mit nur einem Bondingagent.

Als Matrize verwende ich (verkeilt) die kleinsten für Prämolaren gedachten Grössen der Automatrize.

Das Komposit (zur Zeit bei mir noch Tetric) wird je nach Grösse der Füllung schichtweise gehärtet.

Zur Politur verwende ich ovale Polierdiamanten, Strips und Disk. Jahrelang waren die Sof-Lex Disc (pop-on) von 3M die Disks der Wahl. Aber meist waren diese eigentlich etwas zu Dick. Mit den OptiDisk von KerrHawe habe ich einen besseren Ersatz gefunden. Mit diesen deutlich dünneren Disks lassen sich die approximalen Füllungsränder so polieren, dass der Kontaktpunkt nicht wie bei den Pop-on Disks dadurch reduziert wird. Eigentlich gibt es ein eigenes (viereckiges) Mandrell für die OptiDisk, jedoch passen die Disc passen auch hervorragend auf die alten Pop-on Mandrell.

So praktisch die kleinste Grösse (9.5mm, coarse/medium und medium/fine) der OptiDisk ist, so unhandlich sind die grösseren (> 13mm) Durchmesser.

Als Strip verwende ich die schmalsten sterilisierbaren Metallstrips von GC (Weis, Gelb, Rot und Blau).